Türkische Migrantinnen und Migranten in Hamburg
Die 62.000 türkisch stämmigen Einwohner bilden die größte Migrantengruppe in Hamburg. Sie stellen ein Viertel der Bevölkerung ausländischer Herkunft und 3,6 Prozent der gesamten Bevölkerung.
98 % der türkischen Staatsbürger sind Muslime, der Anteil der Alleviten beträgt etwa ein Drittel. Ungefähr ein Viertel sind Kurden, die Türkisch nicht als Mutter-, sondern als Zweitsprache sprechen. Eine kleine Minderheit bilden die türkischen und kurdisch stämmigen politische Flüchtlinge ohne Religion oder mit christlichem Glauben.
Während die Migranten der ersten Generation vor allem als un- oder angelernte Arbeiter und Arbeiterinnen im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe tätig waren, greifen die nachfolgenden Generationen zu einem weiteren Spektrum von Berufen. Insbesondere die Zahl der Selbständigen (vor allem im kaufmännischen und gastronomischen Bereich) hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Gestiegen ist allerdings auch die Zahl der Arbeitslosen, die aufgrund ihrer mangelnden Berufsausbildung keine Anstellung mehr finden. Jugendliche sind überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen, was teilweise auf ihre im Vergleich zu deutschen Jugendlichen schlechteren Schulabschlüsse zurückzuführen ist.
Zwar ist die traditionelle türkische Großfamilie in Deutschland kaum noch zu finden, doch bleibt bei vielen Arbeitsmigranten, die aus ländlichen Gebieten der Türkei kommen, die Familie – mit ihrer patriarchalischen Struktur – die zentrale und prägende Lebensform, die häufig auch die Berufswahl und den Arbeitsort bestimmt.
Der Aufenthaltsstatus der meisten türkischen Staatsbürger ist sicher. Ein großer Teil von ihnen beabsichtigt, in Deutschland zu bleiben. Nachwachsende Generationen nehmen immer häufiger die deutsche Staatsangehörigkeit an.
Quellen
- Boos-Nünning, Ursula: Türkei. In: Anweiler, Oskar et.al.: Bildungssysteme in Europa (Kurztitel). Weinheim/Basel 1996. S. 231-250
- Bryan, Jo Anne R.: Turkey. In: Marlow-Ferguson (Hg.): World Education Encyclopedia: A Survey of Educational Systems Worldwide. Farmington Hills 2002. S. 1415-1425
- Der Fischer Weltalmanach 2005. Frankfurt am Main o.J.
- Karakasoglu-Aydin, Yasemin: Türkei. In: Döbert, Hans (Hg.): Die Schulsysteme Europas (Kurztitel). Baltmannsweiler 2002. S. 558-574
- Meyer-Ingwersen, Johannes. Die kurdische Minderheit. In: Schmalz-Jacobsen; Georg Hansen (Hg.): Ethnische Minderheiten in der Bundesrepublik Deutschland: Ein Lexikon. München 1995. S. 310-328
- Özcan, Ertekin: Die türkische Minderheit. In: Schmalz-Jacobsen; Georg Hansen (Hg.): Ethnische Minderheiten in der Bundesrepublik Deutschland: Ein Lexikon. München 1995. S. 51-528
- Schaub, Horst; Karl G. Zenke: Wörterbuch Pädagogik. München 2000
- Schmalz-Jacobsen, Cornelia (Hg.): Kleines Lexikon der ethnischen Minderheiten in Deutschland. München 1997
- Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein: Ausländische Bevölkerung in Hamburg nach Staatsangehörigkeiten zum 31.12.2003 (Melderegisterauswertung)
Die Beiträge zum Hintergrundwissen Türkei wurden zusammengestellt von:
Susanne Klockmann 2004/2005
© KWB e.V. - BQM 2005
